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Unter die kindlichen Sprachstörungen fallen Störungen des Kommunikationsverhaltens, des Sprachverständnisses, der Wortschatz- und Grammatikentwicklung sowie der Aussprache.

Diese treten häufig in Kombination auf, wobei Störungen in den einzelnen Bereichen auch möglich sind.

Kinder mit Auffälligkeiten im Kommunikationsverhalten haben Schwierigkeiten mit ihrem Umfeld in Kontakt zu treten, indem sie z.B. keinen Blickkontakt aufnehmen, auf Fragen nicht reagieren (bei intaktem Hörvermögen) oder nicht in ein gemeinsames Spiel mit anderen Kindern finden und den Kontakt meiden.

Kinder mit einer Störung im lexikalisch-semantischen Bereich (Wortschatz) zeigen einen geringen Umfang an Wörtern bzw. Wortarten. So kommt es zu Äußerungen, in denen z.B. statt unterschiedlichen Verben (Tuwörter) lediglich "machen" und "tun" zum Einsatz kommen oder beispielsweise Präpositionen wie "auf", "unter", "in", "über" ausgelassen werden.

Es kann aber auch zu einer falschen Verwendung oder Zuordnung der Begriffe kommen. So wird z.B. aus einer Ziege eine Kuh und der Oberbegriff "Tiere" wird damit nicht in Verbindung  gebracht.

Daraus ergeben sich auch Schwierigkeiten im Grammatikerwerb, da einerseits im Lexikon des Kindes auch Informationen über den Wortaufbau und die Funktion des Wortes gespeichert werden, andererseits natürlich eine gewisse Anzahl an Begriffen notwendig ist, um die entsprechenden Sätze zu bilden.

Daher kann es zu Schwierigkeiten bei der  Wortbeugung kommen ("Hunden" statt "Hunde"; "er fahrt" statt "er fährt"...), aber auch zu einem fehlerhaften Satzbau.

So sollte ein Kind im Alter von drei Jahren in der Lage sein, das Verb (Tuwort) in einem Hauptsatz an die zweite Stelle zu setzen.

"Ich male Mama" statt "Ich Mama male(n)"

 

 Bei den Aussprachestörungen wird hinsichtlich der Lauterkennung und Lautbildung unterschieden.

Bei Lauterkennungsschwierigkeiten kommt es vor, dass das Kind z.B. das F in "Sofa" bilden kann, aber aus Feuerwehr "Seuersehr" macht. Der Laut F ist dabei schon vom Kind erworben, es ist ihm jedoch noch nicht unbedingt klar wo der Laut auftreten kann bzw. muss.

Bei einer Lautbildungsstörung hingegen kann das Kind den betroffenen Laut nicht bilden und hat ihn damit noch nicht erworben.

 

Störungen der Sprachentwicklung können u.a. Störungen im Lese-Rechtschreiberwerb nach sich ziehen. Deshalb ist es wichtig, dass Abweichungen von der Sprachentwicklungen möglichst schnell erkannt und behandelt werden.